Anton de Sermondi

Pater Franz von Bormio

Von Hans-Joachim Sehrbundt

Der junge Pater Bormio Pater Franziskus Sermondi von Bormio war im wahrsten Sinne des Wortes ein Mann Gottes, ein Apostel in seiner Zeit.

Die herausragende Bedeutung des Paters Franz von Bormio wird in einer Monographie von Dr. P. Magnus Künzle O.M.Cap. in hervorragender Art und Weise beschrieben. Aus dieser unübertroffenen Darstellung soll das erste Kapitel: “Heimat und Jugend“ vollständig in unseren genealogischen Seiten dargestellt werden.

Die dort angeführten Namensdeutungen stimmen mit den unserigen Forschungen bezüglich der Etymologie des Namens Sehrbundt überein.

Bei der Familie der de Sermondi scheint es sich um eine sehr alte Familie zu handeln, sie wurde schon im Jahre 1315 in Bormio erwähnt.

Pater Bormio stand bereits zu Lebzeiten im Rufe der Heiligkeit. Er war bereits in jungen Jahren einer der berühmtesten Prediger in gesamt Norditalien, er wurde als “Neuer Apostel“ gerühmt. Bereits in frühen Jahren wurde er zum Ordensoberen ernannt, später war er Provinzial und auf eigenen Wunsch hin Missionar in Kreta.

In der Reformation und ihren Auswirkungen -im Veltin insbesondere-, sahen der Heilige Vater, sein Freund der große heilige Erzbischof Karl Borromäus und Pater Sermondi eine große Gefahr für den katholischen Glauben.

Pater Sermondi stellte sich uneingeschränkt und uneigennützig sofort in den Dienst der Gegenreformation und versuchte im Veltin zu retten, was zu retten war. In Vicenza war Pater Franz als Fastenprediger und Caritasapostel bekannt, er gründete dort ein großes Spital für Waisenmädchen und Waisenknaben.

Später, im Januar 1576,wurde er einstimmig zum Provinzial der Mailänder Kapuzinerprovinz gewählt. Insgesamt wurden drei Klöster in Italien und später drei Klöster in der Schweiz von ihm gegründet.

Während der Pestzeit in Mailand, welche im Juli 1567 ausbrach, machte er sich mit seinem Vertrauten und Freund, dem heiligen Karl Borromäus um die Pestkranken in aufopfernster Art und Weise verdient. Hier standen in tiefer Sorge der damalige Heilige Vater, Gregor der XIII, der heilige Karl Borromäus und Pater Bormio eng in der christlichen Caritas zusammen.

Später wurde Pater Franz zum “apostolischen Prediger“ ernannt, ihm wurden weitere Vollmachten zur segensreichen Verwaltung dieser Mission vom Heiligen Vater übertragen. In der Folge war Pater Bormio Begleiter des päpstlichen Nuntius im Veltin und selbst päpstlicher Visitator in der Grafschaft Chiavenna. Sein Glaubenseifer und seine Liebe zu Christus waren so groß, daß er von den Reformierten zum Teil viel Leid und Unbill ertragen mußte. Dies nahm der fromme Mann jedoch gelassen hin.

Später war Franz Ratgeber des heiligen Karl Borromäus und Reformator der Frauenklöster in und um Mailand.

Nach langwierigen Verhandlungen wurde später Pater Bormio in die Schweiz nach Altdorf geschickt um dort ein Kloster zu gründen, dies geschah auf ausdrücklichen Wunsch und Befehl des Heilen Vaters.

Am 12. Mai 1581 tagte das Generalkapitel der Kapuziner in Rom, Pater Franz von Bormio wurde dort zum Generalkustos ernannt, er wurde Generaldefinitor.

In der Schweiz wurden in Folge drei Klöster von Pater Franz gegründet, dies wäre nicht ohne die tatkräftige Unterstützung des heiligen Karl Borromäus, Kardinal - Erzbischof von Mailand - und des Heiligen Vaters möglich gewesen.

Das gesamte Leben des Paters Sermondi zeichnete sich durch Liebe zur Dreifaltigkeit, Tugend und Disziplin aus. Er war der von Gott gesandte Mann zur rechten Zeit am rechten Ort, und stellte sich voll und ganz in den Dienst seiner geliebten Kirche, unter Hinteranstellung seiner Person.

Wie er lebte so starb er, in großer Demut und Ergebenheit sah er seinem Tod entgegen, Tage vor seinem Tod sah er den Todestag voraus.

Pater Franz starb im Rufe der Heiligkeit, Wunder von ihm werden bezeugt.

Am 23. April 1583 verstarb der fromme Mann im Kloster Altdorf, versehen mit den Gnadenmitteln der Heiligen Römischen Katholischen Kirche, während ein Pater ihm die Leidensgeschichte des Herrn vorlas.

Bei den Worten: „Jesus clamavit voce magna“ holte der Herr ihn zurück in sein Reich.

Pater Franz von Bormio war in jeder Hinsicht ein außergewöhnlicher Mann, er bewirkte zumindest ein bezeugtes Wunder und sagte seinen Todesort, seinen Todestag und seinen Begräbnisort voraus.

Drei Klostergründungen in Italien und drei Klostergründungen in der Schweiz gingen auf Pater Franz von Bormio zurück, die Klostergründungen in der Schweiz waren ein wichtiges Bollwerk des katholischen Glaubens in den unruhigen Zeiten der Gegenreformation.

Die Tugendhaftigkeit und Standhaftigkeit von Pater Franz von Bormio und vieler seiner Brüder könnten in der unruhigen heutigen Zeit beispielhaft sein, wenn sie denn bekannt würden.

Wie früher beschrieben, ist die Familie Sermondi eine alteingesessene Familie in Bormio, welche sich bis in das Jahr 1315 zurückverfolgen läßt.

Es erhebt sich die Frage, warum sich ein Teil der Sermondis möglicherweise aufmachte, um die Schweiz zu verlassen.

Die Reformation machte auch vor der Schweiz keinen Halt, sie fand in Zwingli und Calvin kompromißlose Anhänger. Ein Großteil der Schweiz führte 1523 die Reformation ein, so zum Beispiel Zürich, Basel und Bern.

Der zweite Kapeller Krieg, 1531 war Ausdruck dieser Wirren.

Wie wir sahen, wurde die Gegenreformation und die gegenreformatorische Bemühungen ,auch des Paters Franz von Bormio ,erheblich behindert, teilweise mit Gewalt, teilweise trachtete man Pater Franz nach dem Leben.

Möglicherweise wanderten einige katholische Familien aus ihrer angestammten Heimat, aus Bormio, in sichere Gefilde ab.

Dem Vernehmen nach müssen die Sermondis in Bormio Ländereien, ein „Gasthaus“ und Heilbäder besessen haben-kurzum: Sie waren begütert.

Es ist denkbar, dass unter dem Druck der Reformation das Leben für einige Familienmitglieder unerträglich wurde und diese mit dem Erlös ihres Besitzanteils in ruhigere Gefilde zogen.

Nach dem 30 jährigen Krieg oder davor könnte ein Neuanfang (mit einem bischöflichen Empfehlungsschreiben) im Erzbistum Mainz stattgefunden haben.

Dies würde zum einen das Auftauchen der Familie in Ober Olm erklären zum anderen den relativen Familienwohlstand, der in Ober Olm vorhanden war.

Der älteste Vertreter der Ober Olmer ist Anton Serbond. Der Vater von Pater Franz und er wurden ebenfalls auf den Namen Anton getauft, dieser Name hatte anscheinend Familientradition. (In den Kirchenbüchern von Ober Olm ist Anton in diesem Zusammenhang als Vorname selten, im Herkunftsland des Paters Franz gebräuchlich.

1717 taucht in dem Kirchenbuch von Ober Olm ein Josef Sermond kurzfristig auf, der dann nicht weiter erwähnt wird.

Als Herkunftsangabe wird für Josef Sermond Italien(Italien ist nicht unbedingt als politischer Begriff zu zählen, Bormio kam erst viel später nach Italien) und als Beruf: Murati vermerkt.

Hinter der Berufsangabe kann sich sowohl ein Straßenbauingenieur als auch ein Steinmetz oder weitere Kunstfertigkeiten verbergen.

(In diesem Zusammenhang soll auch der begüterte Büchsenmacher und Glockengießer Franz Sermond aus Bern - Geburtsort: Bormio - nicht vergessen werden, ebenso nicht die vielen Kunstsinnigen und gebildeten weiteren ´ Sermondi´s. Der Büchsenmacher und Glockengießer und Pater Franz waren wohl Geschwister.)

Eventuell machte dieser auf seiner Reise für einige Jahre Station bei seinen etablierten Verwandten in Ober-Olm.

Die verschiedene Schreibweise (Serbond,Serbont,Sermond,Sermont,Serbund,Serbunt) in dem Ober Olmer Kirchenbuch ist mit den Wirren der damaligen Zeiten zu erklären, die Kirchenbücher sind teilweise sehr unordentlich, bisweilen über Jahre überhaupt nicht geführt worden. Die Geistlichen wechselten häufig, teilweise wurde die Gemeinde von außerhalb mitbetreut. Auch wurden die Bücher von Laien weiter geschrieben. Darüber gibt es eine schöne Monografie.

Es ist durchaus vorstellbar, dass der Name Sermond-Sehrbundt einen langobardischen oder ostgotischen Ursprung hat. Dies festzustellen jedoch bleibt weiteren Forschungen vorbehalten.

Die Namensverteilung der „Großfamilie“ der Serbundt´s deutet jedoch auf eine solche Möglichkeit hin,dies wird auch in unseren Verteilungstabellen und Namensauflistungen erkennbar.

Es ist durchaus möglich, dass die (noch lebenden) Sehrbundt´s Sermund´s, Sermond´s, Serbun´s, und die vielen ähnlichen Namensvarianten einen gemeinsamen Ursprung haben. Dies heraus zu finden bleibt ebenfalls späteren Untersuchungen vorbehalten.

Vergleicht man die Bilder des Paters Sermondi, insbesondere das Greisenbild, mit Altfotos der Sehrbundt´s und mit den noch Lebenden, so kann man sich des Eindrucks einer erhebliche Ähnlichkeit nicht entziehen.

Dies mag jedoch Zufall sein, obwohl gewisse anthropologische Merkmale unübersehbar sind.

Das reizvolle Gebiet der Genealogie soll ja nicht nur dazu dienen Ahnen zu „sammeln“, sondern auch aus der damaligen Zeit heraus verstehen zu lernen. Dazu muß man sich mit der Geschichte und den damaligen Persönlichkeiten beschäftigen.

Genealogie soll auch Verstreutes zusammenbinden und Zerstreutes wieder vereinen..

Unsere Tradition lebt mit unserer Geschichte, Tradition ist eine Pilgerreise durch die Geschichte. Ohne Traditionen verarmen wir, das „Faszinosum der Diesseitigkeit“entzieht der Geschichtlichkeit die Grundlage.

Die Tugenden des Pater Franz sind in der heutigen glaubensfernen Zeit aktueller denn je.
Es hat eine Abwendung vom Glauben begonnen und eine Hinwendung zum Unglauben.
Die „einfallenden Wölfe“ bedrohten und bedrohen seit jeher den Glauben.
Der Mensch versucht Gott zu sein.

Die gemeinsame Tradition des Glaubens, des Gebetes und der Arbeit hat jedoch bei uns die Jahrhunderte überdauert, das Gebet, die Zwiesprache mit Gott, gehört zu unserem Alltag.

Es ist „Der Weg“, den der Gründer des Opus Dei, der Heilige Josemaria Escriva, vorgezeichnet hat.

Die Heiligung der Arbeit.



Dokumente:

Aus der Monographie von Dr. P. Magnus Künzle O.M.Cap. das erste Kapitel "Heimat und Jugend".






Literatur:
Kann beim Verfasser angefordert werden unter:
genealogy@sehrbundt.de
www.genealogy.sehrbundt.de

 

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