...zurück zur Übersicht



Die Sehrbundts
Die Heidenreichs
Band II

von Hans-Joachim Sehrbundt

... die Details
... Auszüge online lesen
... Bestellen



DIE SEHRBUNDTS
DIE HEIDENREICHS

FAMILIENBILDER AUS TAUSEND JAHREN
DEUTSCHER GESCHICHTE
BAND II

Eine Rezension von BARBARA SCHUHRK, Hochheim

Genealogie - Ahnenforschung. Zwar stößt Genealogie heutzutage zunehmend auf Interesse, doch noch immer verbinden viele Menschen mit dieser Wissenschaft zunächst nur den Geruch angestaubter Bücher, vergilbter Akten, das Entziffern vermeintlich unlesbarer Papiere in dunklen Archiven.

Spätestens mit der Genealogie von Hans-Joachim Sehrbundt dürfte dieses Vorurteil jedoch hinfällig sein.

"Was hindert den Ahnenforscher, in der Kirche zu weilen und zu beten, in welcher Generationen seiner Vorfahren das Taufsakrament empfingen, heirateten und beerdigt wurden," fragt Sehrbundt und bringt damit seine Philosophie auf den Punkt: Gelebte Genealogie. Nachempfinden statt Heimarbeit am PC.

Von Italien führt die historische Reise nach Quedlinburg, Halberstadt, Wetzlar, Nördlingen und Ober-Olm. Vielseitig unterstreichen Dokumente aus Zeiten von Friedrich dem Großen die Einblicke in das damalige Geschehen.

Abgerundet werden die ausführlichen Kapitel durch zahlreiche geschichtliche Urkunden, eine fundierte Recherche und eine Wappenkunde zur Familie Heydenreich, die in der Ahnenlinie des Autoren erstmals zusammentrifft.

Die Historia Heydenrichiorum, ein genealogisches Kunstwerk des verstorbenen Horst Heydenreich ergänzt den zweiten Band Sehrbundts durch den Reichtum von erforschten tausend Jahren. Auch eine persönliche Danksagung, ein ansprechendes Vorwort mit Erläuterungen zu den Beweggründen des Verfassers fehlen nicht.

Die Emotionen, die Sehrbundt in seinem Werk einbringt, machen ihn sicher nicht frei von einem subjektiven Bild, wenngleich er sagt "Geschichte müsse ideologiefrei dokumentiert werden." So zeigt sich doch hier und da politisierend und kritisierend die eigene Meinung. Dennoch gelingt es Sehrbundt, die subjektiven Blicke harmonisch mit dem Nach-Erleben der Vergangenheit zu verbinden: Historie und Gegenwart in enger Umschlingung.

Nicht zuletzt dadurch realisiert der Autor erneut das, was er unter Genealogie empfindet:

"Der Genealoge erhebt die Ahnen aus dem Vergessen und stellt sie in seine Zeit. Er gesellt sich zu ihnen - und umgekehrt." Ein wiederbelebtes Menschenbild. Geprägt von Forschungen, Überlieferungen, Quellen-material und der eigenen Sichtweise. Demütig zeigt sich stetig die christliche Gesinnung des Autoren, teils gepaart mit kritischen Betrachtungen der Jetzt-Zeit.

Stilmittel Stilbruch.

So kann man sein Werk nicht allein als Genealogie und Familiengeschichte betrachten: Eine Mischung aus Daten und Lyrik findet sich neben Kapiteln, die als Reiseliteratur oder Gesellschaftskritik trefflich bezeichnet wären. Sehrbundts lebhafte Schreibe ist sicher nicht einfach zu lesen: Der Leser wird gefordert. Keine Berieselung, Mitdenken ist gewünscht.

Zynische Spitzen gegen die Verrottung der Gesellschaft finden sich neben gut recherchierten Fakten, Zeitreisen, Einblicken in die Vergangenheit.

Kreativ zeigt sich der Autor in den Kapiteln um Johann Peter Sehrbundt: Ein Wechsel in die Ich-Perspektive, ein Zwiegespräch zwischen dem Musketier und Erzähler gewinnt den Leser im Flug.

Anschaulich malt Sehrbundt Bilder aus der Vergangenheit. Der Leser folgt ihm auf seiner Reise in die Vergangenheit. Empfindet Spannung, Traurigkeit. Und lernt.

Nicht zuletzt, dass Vergangenheit oftmals sehr viel lebendiger ist, als vergilbte Akten es vermuten lassen.

 


... alle Details zu Band II
... jetzt Auszüge online lesen
... jetzt Band I bestellen