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Die Sehrbundts
Band III

von Hans-Joachim Sehrbundt

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DIE SEHRBUNDTS

FAMILIENBILDER AUS TAUSEND JAHREN
DEUTSCHER GESCHICHTE
BAND III

Eine Rezension von BARBARA SCHUHRK, Hochheim

Räumte Hans-Joachim Sehrbundt bereits durch Band I und II seiner Genealogie mit dem Vorurteil auf, dass Ahnenforschung eher trockene Forschung in altem Quellenmaterial sei, wird Band III den Leser nun vollends in den Bann ziehen: Forschung umarmt lyrische Belletristik.

Reisen in die Gebiete und Städte seiner Vorfahren geraten zu kritischen, amüsanten Kurzgeschichten. Persönliche Gedanken wecken Gänsehaut und das In-Frage-Stellen eigener Sichtweisen.

Mit spitzer Zunge das Heute beschreibend, den Blick in die Vergangenheit ohne rosarote Brille gewährend, gelingt Sehrbundt in seinem Werk ein Meisterstück:

Packend wie ein Roman, spannend wie ein Abenteuer, fundiert wie eine wissenschaftliche Ausarbeitung zeigt sich das Buch als abwechslungsreiche, stilistisch feine Lektüre, die nicht allein den Geschichtsbegeisterten bezaubert.

Neue Sichtweisen gepaart mit zeitgeschichtlichen Details, Vergleiche der Jetzt-Zeit und die dezente Abrechnung mit gesellschaftlichen wie moralischen Grundsätzen der Moderne werden abgerundet mit intelligenter Ironie und humorvoller Zynik. Bitterböse Kommentare wechseln sich ab mit charmanter Landschaftsbeschreibung.

Dies ergänzt mit zahlreichen Manuskripten, Quellen, Urkunden, einer eigens in Auftrag gegebenen DNA-Untersuchung des Autoren ist Band III von Hans-Joachim Sehrbundt das bestechendste seiner Werke.

Gottfried Benn-gleich entführt Sehrbundt den Leser in knappen, spannenden Sätzen in jede erlebte Situation. Fanden sich in den ersten beiden Bänden noch lange Formulierungen, die nicht sofort zu erfassen waren, zeigt sich Sehrbundt in seinem neuen Band in sprachlicher Hochleistungsform und bannt den Blick an jede einzelne karge und doch so präzise Zeile.

Die Kapitel rund um Ober-Olm beinhalten zarte Naturimpressionen neben geschichtsträchtigen Überlegungen, angereichert mit zahlreichen Urkunden aus Ober-Olm; die Reise nach Quedlinburg besticht durch Vergangenheitsvergleiche und eine ehrliche Betrachtung der heutigen Zeit. Hier zeigt sich eine besondere Verbundenheit zwischen dem Autoren und der Stadt seiner Ahnen. In "Herbst", "Erinnerungskultur" und "Autor Inklusive" gewährt Hans-Joachim Sehrbundt tiefe Einblicke in seine persönlichen Gedanken. Ergreifend zeigt sich "Kindheit und Krieg", eine emotionale Nähe zum Verfasser ist spätestens jetzt förmlich nicht mehr zu verhindern. Der Erste und Zweite Weltkrieg führen den Leser mit Karl Krauss direkt an die Front. Vorurteile sterben, die derzeitige Politik der Beschönigung dürfte spätestens jetzt in Frage gestellt werden.

Personen der Vergangenheit werden lebendig. Und damit gelingt dem Autoren genau das, was er als seine persönliche Philosophie bezeichnet: Historie und Gegenwart in enger Umschlingung. Gelebte Genealogie. Lebendigkeit jener, die nicht mehr sind.

In Sehrbundts Genealogie findet sich nicht allein die Vergangenheit, sondern die lebendige Gegenwart, die greifbare Erinnerung. So wecken die eigenen Kriegserfahrungen des Autoren, sicher teils unverarbeitet, im Leser tiefe Gefühlsregungen.

Er wird entführt in jene Bombennächte, die Sehrbundt seit seiner Kindheit in sich fühlt; er ist Begleiter in Mecklenburg, Land der Kindheitserinnerungen - brutale Vergangenheit, duftender Buchsbaum; in der Klosteranlage Dobbertin, wo der winkende Beobachter lallend skurril und doch als ganzer Mensch erscheint, hinter seiner Mauer. Die Szenerie der Gäste in Krakow am See wirkt grotesk, wohingegen Ludwiglust definitiv Lust auf mehr macht.
Auf den nächsten Band der Genealogie.

Menschlich, emotional und ehrlich. Geschichtswissen ansprechend und anspruchsvoll verpackt in spannende Kapitel. Und Sehrbundts Ahnen, derart bildlich dargestellt, dass man ihre Gegenwart spürt...

 


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