Einführung in die Historia Heidenrichiorum*

Die Historia Heidenrichiorum hat viele Väter.

Horst Heydenreich schrieb sie fort und hinterließ der Nachwelt eine höchst spannende und lebendige Schilderung seiner und unserer Ahnen.

Die Deutsche Geschichte wurde von solchen Männern und Frauen gestaltet wie in der Historia beschrieben, ohne diese Männer und Frauen würden der Geschichte wesentliche Inhalte fehlen.

Das Deutsche Patriziat war nicht nur der geistige Taktgeber in unserem Vaterland, es trug auch religiöse, sittliche und moralische Verantwortung.

Das Patriziat erfuhr im Laufe der Deutschen Geschichte, insbesondere durch die Reformation, entscheidende Veränderungen.

Diese Veränderungen und gesellschaftlichen-großbildungsbürgerlichen Elemente werden in der Heidenreichschen Geschichte erlebnisnah dargestellt.

Auch werden die weitläufigen Verflechtungen sichtbar.

Im Jahre 2004 scheint diese Zeit vergangen zu sein, haben sich doch andere gesellschaftliche Strukturen herausgebildet, das Deutsche Patriazat gibt es nicht mehr.

Zur Erinnerung an die Leistungen unserer Vorväter gebe ich im Faksimiledruck die Historia Heidenrichiorum auf den folgenden Seiten wieder - für die uns folgenden Generationen.

Hans-Joachim Sehrbundt

 


* entnommen aus: DIE SEHRBUNDTS - DIE HEIDENREICHS; Familienbilder aus tausend Jahren Deutscher Geschichte. Zeitreise in die Vergangenheit.
Band II von Hans-Joachim Sehrbundt und Horst Heydenreich


HISTORIA HEIDENRICHIORUM
von Horst Heydenreich

Ein Beitrag zur Geschichte des
deutschen Patriziats

Überarbeitet von Richard Joachim Heydenreich 1997

Schoenhauer Str. 35 / 90409 Nürnberg / Germany / Tel.: +49 (0)911-3667887

Vorfeldring 4 / 27432 Bremervörde / Germany / Tel.: +49 (0)4761-3956


  • Vorwort

Seit vielen Generationen wird in meiner Familie die Erinnerung an die Voreltern wachgehalten. Sie geht urkundlich nachweisbar und lückenlos bis auf den um 1330 geborenen und 1401 gestorbenen Erblehenrichter Hanss Heydenreich aus Grosswaltersdorf bei Freiberg zurück. Ihren Ursprung jedoch hat die Familie in Thüringen. Hier sind, nach Forschungen meines Großvaters, Geheimrat Dr. Robert Heydenreich, die Heydenreichs hohe Ministeriale gewesen.

Urkundlich erstmals erwähnt wird im Jahre 1157 der Reichsministeriale Heydenreich als Kämmerer Kaiser Friedrich Barbarossas. In der Chronik des Heinrich von Mügeln, die in zwei Exemplaren aus den Jahren 1410 und 1429 erhalten ist, wird auch von einem aus Thüringen ( Grafschaft Henneberg) stammenden Geschlecht dieses Namens berichtet, das bereits vor dem Jahre 1000 in der Grafschaft Raab bis vor die Tore Raabs selbst seine Besitzungen hatte. Tatsächlich aber ist man in diesem Falle - wie bei allen Genealogien des Frühmittelalters - weitgehend auf Indizien und deren Bewertung angewiesen. Sie finden Erwähnung, um zu weiteren Forschungen anzuregen, und sind in Verbindung mit der ersten, im Jahre 1717 gedruckten „Genealogia Heidenreichiorum" zu sehen. Gesicherte Zusammenhänge zur eigenen Familie lassen sich jedoch nur durch die Verfolgung nach rückwärts herstellen. Für die Zeit, in der erst die Familiennamen entstanden und es noch keinen Matriken gab, standen hierzu vor allem die urkundlichen Vererbungen von Lehensgütern als Quelle zur Verfügung. Diese wurden weitgehend herangezogen.

So beurkunden Lehensbriefe und Verkaufsbestätigungen, die im sächsischen Staatsarchiv zu Dresden aufbewahrt werden, den verschiedenen Wechsel im Besitz des Stammgutes der Familien in Grosswaltersdorf. Zum Zusammenhalt der Familien hat darüber hinaus besonders die Gründung eines Familienstipendiums im Jahre 1576 durch den Torgauer Patrizier und Handelsherren David Heydenreich beigetragen.

Das Stipendium selbst hat eine eigenen Geschichte mit mannigfachen Wechselfällen. Es bestand fast 350 Jahre bis zum Ende des 1. Weltkrieges. Mein Großvater Robert H. war noch im Jahre 1885 einer der Stipendiaten an der Universität Leipzig. Callatoren des Stipendiums waren jeweils die Senioren der Familie. Die Stipendiatsakten erwiesen sich als Fundgrube für alle, die nicht nur Familienforschung sondern auch kulturgeschichtliche oder soziologische Studien betreiben wollten.

Professor Dr. Eduard Heydenreich, königlich sächsischer Kommissar für Adelsangelegenheiten, hat schließlich im Anhang seines 1913 erschienenen zweibändigen Standardwerkes „Handbuch der praktischen Genealogie" vieles über die Heydenreich'sche Familie zusammengetragen als Beispiel, wie Familienforschung exakt zu betreiben sei. Diese Sammlung enthält u.a. Hinweise auf familiengeschichtliches Material von der Mitte des 16. bis zu dem erste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wie bibliothekarische Hilfsmittel / Enzyklopädische Literatur / Lokalhistorische Arbeiten / Leichenpredigten / Urkundenbücher / Jubiläumsschriften / Universitätsmatrikel / Kriegsgeschichtliche Literatur / Bibliographisches


Literatur Schriften, verfaßt von Gliedern der Familie / Gedichte / Zeitungen / Monumentale Quellen / Grabdenkmäler / Wappen / Münzen / Hilfsmittel in Museen / Portraits / Archivalische Hilfsmittel.

Darüber hinaus haben auch in neuerer Zeit Angehörige der Familie zur Feder gegriffen. So veröffentlichte Dr. Robert Heydenreich 1908 die „Erinnerungen einer alten Weimaranerin", und 1925 „ Aus Weimars und Erfurts alter Zeit". Er stellte auch 1936 die „Stammtafel der Familie Heydenreich aus Appolda" im Anschluß an den 1901 gedruckten „Stammbaum der Familie des Hannss Heydenreich auf Waltersdorf" zusammen.

Der II. Weltkrieg und die Vertreibung dieser Familie aus ihrer Mitteldeutschen Heimat haben nicht nur den Grundbesitz sonder auch viele unersetzliche Erinnerungen und Dokumente verloren gehen lassen. Das trotzdem Gerettete zu erhalten und manches, was nur noch mir von den Forschungen meines Großvaters bekannt ist, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, soll - zumindest skizzenhaft - dargestellt werden, welche Begebenheiten der Geschichte sich mit Namen von Vorfahren verbinden, wie sie lebten und wirkten.

Vielleicht gibt dies späteren Generationen - wenn unsere historische Epoche wieder von einer Zeit abgewogener Geschichtsbetrachtung abgelöst wird - Anregung, dieses Material weiter zu vertiefen, neue Erkenntnisse zu gewinnen. Mögen dann auch sie in Liebe und Achtung derer gedenken, denen sie mit verdanken, was sie sind. Mögen die gleichzeitig über den Tag hinauszudenken fähig sein, wie vielen Mitgliedern der Familie zum Wohle ihrer Nachfahren durch Gnade Gottes gegeben war. Mögen die in Demut erkennen: Jeder ist nur ein Glied in ®der Kette, die die Vergangenheit mit dem Heute und der Zukunft verbindet.

Stuttgart, im April 1986

Horst Heydenreich

Obstltl a.D.


Inhaltsverzeichnis

I. Genealogia Heidenreichiorum 8

II. Die Reichsministerialen 11

III. Die Erblehensrichter - Die Großwaltersdorfer Familie 15

IV. Die Melchior-Familie 21

Die Freiberger Patrizier und Ratsherren 21

Bildungsbürgertum und Reformation 24

Das Familienstipendium 26

Der Amtschösser von Weissensee und seine Söhne 29

B. Die David-Linie 35

C. Die Jacob-Heinrich-Linie 36

Die Minister 36

Die „Fürstlichen Räte" 41

Dichter und Philosophen 42

Das große und das kleine v. Heydenreichische Haus in Weimar 44

Die Jakob-Heinrich-Linie bis ins 19. Jahrhundert (Juristen und Theologen) 44

Soldaten und Hochschullehrer 45

Weitere Zweige der Jacob-Heinrich-Linie im 20. Jahrhundert 48

D. Die Elias-Rudolpd-Linie 50

Die Gothaer Patrizier (1651 - 1812) 50

Soldaten in großbritannischen und sächsischen Diensten 51

E. Die Augustus-Linie 53

Schloßvierherr und Vogt (1587 - 1685) 53

Die Kaufherren und Manufakturverleger (1709 bis 1839) 57

Johann Adams Nachkommen 59

Die Gutsbesitzer und Brauer (1795 bis 1945) 62

Die Oberweimarer, Ehringsdorfer, Malsfelder und Hoofer 64

Die Rittergüter Malsfeld und Burg Hoof bei Kasse 66

Robert und „Röschen" 67

Der „Alte Herr" - ein treuer Bürger Weimars 71

Die Nachkommen des „Alten Herren" 78

Der Verfasser und seine Familie 80

Die Familie meiner Frau (Lang - v. Reichenbach) 81

Kriegshochzeit anno 1945 82

Die Nachkriegszeit 83

Eine neue Heimat für die Familie 85


V. Nachwort 80

VI. Anhang 83

A. Caspar v. Widemarkter und seine Frau Victoria geb. Heydenreich in

der Geschichte der Stadt Vacha 83

B. Die Wassenaer 84

C. Franz Carl Müller (1806 - 1876) 84

D. Die Ludolph 87

E. Stammtafel der Ludolf 91

Hinweise auf bekanntere Familien Heydenreich, deren Zusammenhang mit der Familie

Hannss Heydenreich auf Waltersdorf noch nicht überprüft werden konnte. 92

Die Speyerer Familie: 92

Die Regensburger Familie: 93

Die Nördlinger Familie: 94

Bauwerke, die den Namen Heydenreich tragen: 95

David Elias Heydenreich, Professor in Leipzig (1638-1688) 96

Heydenreich in Jena von 1262 - 1612 96

F. Anmerkung zum „Stammbaum der Familie des Hannss Heydenreich

auf Grosswaltersdorf bei Freiberg, 1401 - 1901" 97

G. Die Kärntner Heydenreich (Heidenreich) 97

H. Anmerkungen 98

Verbindungen der Heidenreich mit den Eschey: 99

Heidenreich in Villach 100

Die Steiniger 101

Stammtafel der Heydenreich (direkte Vorfahren des Verfassers): 102

VII. Literatur 105

VIII. Quellenhinweise und Erläuterungen 107

 

Einführung, Vorwort und Inhaltsverzeichnis der HISTORIA HEIDENREICHIORUM zitiert aus:
DIE SEHRBUNDTS - DIE HEIDENREICHS
Familienbilder aus tausend Jahren Deutscher Geschichte.
Zeitreise in die Vergangenheit.
Band II von Hans-Joachim Sehrbundt und Horst Heydenreich



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